2012
Zur Vorgeschichte
Ein Kind wurde geboren. Es kam viel zu früh zur Welt, war noch nicht ausgereift, hatte noch unendlich viel zu lernen, war kränklich und auch die äusseren Umstände waren katastrophal. Von der Mutter stets bedrängt und misshandelt, vom Vater vernachlässigt, vegetierte es etwa 8 Jahre dahin, bis es schließlich sterbenskrank wurde. Noch einige Male blühte es wieder auf und man dachte schon, es könnte wieder gesund werden. Aber die Wunden, mit denen diese schleichende Krankheit ihm zusetzte, waren letztendlich doch stärker als sein Überlebenswille.
Nun hatte der Vater als einziger die Kraft und den Mut den Stecker zu ziehen, um das Leiden zu beenden. Seitdem trägt die Mutter das Opferkleid.
Ungeachtet dessen was sie selbst dazu beitrug, kann sie nun ewig vorwerfen: „Du hast den Stecker gezogen!“ und die Schuldfrage ist geklärt.
Dieses Kind hatte stets nur einen Lungenflügel. Nur halbe Kraft und es hat schon immer etwas Lebenswichtiges gefehlt. Doch das alles scheint egal zu sein. Da wurde reanimiert bis zum Erbrechen. Und hält man es auch nur maschinell am Leben, ist das egal, solange der Schein gewahrt bleibt.
Wer denkt die Mutter hätte reanimiert der irrt. Sie hat ihre Teilnahmslosigkeit stets mit ihrer Opferrolle gerechtfertigt. Paralysiert vom Schock. Angeblich. Doch in Wahrheit nur zu faul und zu stolz. Alles konnte sie ertragen, doch angeblich nichts tun. War schon von Anfang an nur um das bemüht, was die Anderen darüber denken.
Dieses Kind war früher eine Beziehung. Ungepflegt und krankhaft. Nun ist es zu einem wildwüchsigen Geschwür geworden, dass meinen damaligen Freundeskreis angefallen und nahezu vollständig ausgerottet hat. Bei der Not-OP wurde großzügig geschnitten.
Ich bin enttäuscht. Sehr sogar. Von diesen alten Freunden. Mit dem Fall des Erzengels, fällt auch das an ihm hängende, kleinere Geflügel. Und er war nun mal mein Bester, wie könnten die anderen aus der Zeit dann besser sein?! Sie halten zu ihr, ich kanns ihnen nicht verdenken. Blödsinn! Natürlich kann ichs ihnen verdenken, was sind das für beschissene, verlogene Freundschaften, möchte ich sagen, doch sags nicht und flüstere lieber gezwungen, grinsend: „Hat ja gar nicht weh getan“
All der Facebook-Dreck kann keine Freundschaften ersetzen. Soziales Fastfood. Vielleicht haben wir ein Luxus Problem, sind verwöhnt und fettgefressen. Freunde fliegen in unsere Freundesliste wie Speisen in den Mund. Unser soziales Engagement umfasst die Kunst des Smalltalks, „Gefällt mir“ – Buttons und das Posten und Kommentieren von (Selbst-) Mitleidsbekundungen.
So will ich nicht enden. Ich werd‘s überleben. Doch es werden Narben bleiben und echte Freundschaften rar und kostbar.
Eine Bank in einer Bank
Wie ein Nest für uns gemacht
das von kalkuliernder Hand
in einem Käfig angebracht
Vielleicht ist es nur gerecht
da ich als Kind die Vögel fing
Das mich das gleiche Schicksal traf
Nun da ich selber Vogel bin
Es gibt unzähmbare Tiere
Du bist wie man dich geformt
Binden das mans nicht verliere
Nichts was du nicht hättst genormt
Doch nichts kann uns Vögel binden
Ob wir nun sterben oder fliehn
Wir lassen Federn, überwinden,
bis wir schließlich weiterziehn
Und heute eher das Gefühl von Urlaub und baumelnder Seele als von Weihnachtsstress. Wozu auch?! Die wahren Geschenke grinsen sich an und gucken übers Feld und genießen die Sonne und freuen sich auf die Zukunft.
Ich wünsch euch allen ein frohes Fest mit euren Liebsten
Nur nicht stressen lassen,
kurz vergessen machen
Auf dem Boden liegen,
Smith-Platten sprechen lassen
An Hände fassen – reden tabu!
Depression war nie tragbar,
doch steht uns so gut!
Unterwegs mit klaren Zielen vor Augen und Freundschaft als Rückenwind… Ich freu mich auf die Zukunft, aufs Haus, aufs Reisen, die Abenteuer und das Leben im Allgemeinen. Viele werden zu Weihnachten depressiv, aber so wie es läuft gibts ungewohnterweise bei mir nur Grund zur Freude.